13. März 2019
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Klinik-Chefs wehren sich

Claus Eppmann und Astrid Gesang fordern, dass kein Wahlkampf auf Kosten ihrer Mitarbeiter gemacht werde.

Ostfriesland. Die beiden Chefs der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden, Dr. Astrid Gesang und Claus Eppmann, ärgern sich über jüngste Aussagen hochrangiger Politiker. In einem Schreiben fordern sie, dass kein Wahlkampf auf dem Rücken der 2400 Beschäftigten gemacht werden dürfe.

„Unter seit Jahren schwierigen Rahmenbedingungen leisten sie indes tagtäglich eine hervorragende, verlässliche und engagierte Arbeit für unsere Patienten”, heißt es in dem Schreiben. Statt aber diese Arbeit zu sehen, sei die Rede von „Missmanagement“, „Insolvenzfall“, „Hinterzimmerpolitik“, „Abwicklung“, „Kampfansage“ oder „Desaster“. Einige der Begriffe verwandte Landratskandidat Olaf Meinen (parteilos) in einem Pressegespräch vergangene Woche. Er kündigte an, im Falle einer Amtsübernahme alle Zahlen und Fakten offenlegen zu wollen, um so Akzeptanz in der Bevölkerung für die Zentralklinik in Georgsheil zu schaffen .

Generell ist Meinen Befürworter eines zentralen Klinikums in Georgsheil. So wie auch die Chefs der Trägergesellschaft. In ihrem Schreiben weisen Gesang und Eppmann darauf hin, dass keiner ein „Weiter so” wolle. Es sei verständlich, dass die Menschen durch die anhaltende Diskussion um die Klinikzukunft verunsichert seien, heißt es in dem Schreiben. Es sei aber genauso richtig, „dass Mitarbeiter in den drei Kliniken von dieser Art der Auseinandersetzung um ihren Arbeitsplatz die Nase voll haben.“

Im Zuge des „Missmanagements” weisen die Klinik-Chefs auf anhaltende Defizitreduzierungen hin. 2018 brauchte die UEK noch 8,6 Millionen Euro Zuschuss, für 2019 kalkuliert der Landkreis zurzeit 8,1 Millionen.

Kritik kommt unterdessen auch vom dritten Landratskandidaten Bernd Iken (parteilos) aus Aurich. Der Wirtschaftsprüfer argwöhnt, dass Meinen bei einer zweiten Ablehnung der Zentralklinik durch die Emder Bevölkerung einen Neubau in Tannenhausen plane. Die Option hatte Meinen im Pressegespräch erwähnt. Wie berichtet, will Meinen für den Fall der dauerhaften Emder Ablehnung die aktuellen Pläne für die Zentralklinik stoppen und quasi auf Null setzen.

Für Iken keine Option. „Weitere Zeit vertrödeln ist nicht”, schreibt der Kandidat in einer Pressemitteilung. Er fordert für diesen Fall die Auflösung der Trägergesellschaft, damit „sie keine weiteren Kosten verursachen kann.” Stattdessen sollten Kreis und Land kräftig in die bestehenden UEK-Standorte in Aurich und Norden investieren, „um so eine zukunftsorientierte und wohnortnahe medizinische Versorgung zu ermöglichen und den Beschäftigten eine sichere Perspektive zu geben”, so der Kandidat. red/ps

Emden vom Mittwoch, 13. März 2019, Seite 5 (5 Views)

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